Bärlauch

Bärlauch (allium ursinum), auch Wilder Knoblauch oder Knoblauchspinat genannt, gehört zur Familie der Amaryllisgewächse, und wie die Gattung Allium vermuten lässt, ist er somit verwandt mit Knoblauch, Schnittlauch oder Zwiebeln.

Bärlauch ist eine mehrjährige, winterharte, krautige Pflanze, die ca. 15–40 cm hoch wird. Die Blätter sind kräftig grün und weich. Sie haben eine lanzettliche Form, also länglich, spitz zulaufend und werden ca. 20​–25 cm lang.

Die Pflanze blüht je nach Region ab Ende März bis Mai. Hierbei schieben sich frischgrüne Stängel aus der Blattrosette, die Scheindolden mit bis zu 20 sternchenförmigen, weißen Einzelblüten tragen.

​(1) Blütendolde, (2) Bärlauchblatt, (3) Wurzel, (4) Samenstand, (5) ​Samenkorn

Vorkommen - Wo findet man Bärlauch?

Wild wachsenden Bärlauch kann man in unseren heimischen Wäldern finden und auch in weiten Teilen Europas. Er wächst vorwiegend in schattigen Auen und Wäldern mit humusreichen, feuchten Böden.

Die ersten Triebe zeigen sich bereits im zeitigen Frühjahr. So ​erhalten sie ausreichend Sonnenlicht, bevor die Bäume ​mit ihren jungen Blättern den Boden vollständig beschatten. Ab Ende Juni beginnt der Bärlauch „einzuziehen“: die ​Blätter und Blütenstände bilden sich zurück und die Samen fallen aus. ​Die Zwiebel überdauern im ​Boden den Winter und bilden ​im nächsten Frühjahr wieder neue Blätter.

​Bei geeigneten Standortbedingungn samt sich der Bärlauch ​selbst aus und bildet große, nach Knoblauch duftende Teppiche aus.

​Bärlauch pflanzen oder selber ziehen?

​Wenn Sie Bärlauch aus säen wollen, brauchen Sie vor allem Geduld. Leichter, schneller und vor allem sicherer können Sie Bärlauch anbauen, wenn Sie sich bereits ausgetriebene Bärlauchzwiebeln besorgen und im Frühjar einpflanzen.

Bärlauch braucht feuchte, humose Böden in eher schattiger Lage. Es sollte aber im Frühling noch genügend Sonnenlicht bis zum Boden gelangen, wie z. B. unter Laubbäumen. Direkte Sonne und saure Böden mag er nicht.

Die Aussaat von Bärlauch ist langwierig. Er ist ein Kaltkeimer, d. h. er benötigt mehrere Wochen kalte Temperaturen. Bärlauch braucht ​die Kälteperioden sogar zweimal binnen zwei Jahren, d.h. die Keimdauer ​kann also zwischen 14 und 24 Monaten betragen!

Wer es trotzdem probieren will, sollte am besten im September direkt an einen passenden Gartenplatz ca. zwei cm tief säen. Einfacher ist es, Steckzwiebeln oder fertige Pflanzen im Topf zu kaufen und diese jederzeit (außer bei Frost) auszupflanzen.

Wenn Sie die ersten Jahre nur wenig ernten, vermehrt sich der Bärlauch von selbst. Für den Topf ist Bärlauch nicht geeignet, denn er zieht im Juni ein und dann ist keine Pflanze mehr zu sehen. Im Garten fällt das nicht auf, wenn man den Bärlauch zusammen mit schattenliebenden Stauden wie Funkien, Astilben oder Farnen pflanzt.

Bärlauch braucht viel Wasser, deshalb ist er im Topf austrocknungsgefährdet. Sollte der Platz im Garten nicht von Natur aus feucht sein, müssen Sie zwischen Februar und Mai gießen (ca. 20 I pro m2 und Woche), wenn es nicht regnet.

Ernte und Verwendung

Man erntet nur die Blätter und zwar am besten bevor die Pflanze blüht, dann ist der Geschmack am intensivsten.

Beim Trocknen und Einfrieren verliert der Bärlauch viel Aroma. Deshalb ist Bärlauch am leckersten frisch in Salaten und Suppen. Am besten konserviert man Bärlauch, indem man ein Pesto davon herstellt. Bärlauch schmeckt ähnlich wie Knoblauch, ist aber nicht ganz so scharf.

Er enthält viel schwefeliges ätherisches Öl, Alliin, Glycoside, Fructosane, Vitamin C und Eisen. Die Inhaltsstoffe wirken harntreibend, blutdrucksenkend, antiseptisch, gegen Gefäßverkalkung und unterstützen die Eisenaufnahme im Körper.

Achtung giftige Verwechslung?

Wer Bärlauch wild sammelt, sollte aufpassen, denn Bärlauchblätter ähneln den giftigen Blättern des Maiglöckchens und der Herbstzeitlose sehr. Unterscheiden kann man sie aber leicht am Knoblauchgeruch, der beim Maiglöckchen und der Herbstzeitlosen fehlt. 

​Nur auf den ersten Blick ähnlich (v.l.n.r.): Bärlauch (essbar), Maiglöckchen (giftig), Herbstzeitlose (giftig), Aronstab (giftig)

Über die Autorin Karin Ott

Als leidenschaftliche Gärtnerin und Inhaberin eines Online-Shops für essbare Blüten schreibt Karin auf fleurcuisine.de über ihre persönlichen Erfahrungen direkt aus ihrem Garten.

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