Basilikum

Basilikum (Ocimum basilicum), auch »Königskraut« genannt, gehört zu den Lippenblütlern und trat spätestens mit der »Caprese«, dem italienischen Tomaten-Mozzarella-Salat seinen Siegeszug durch deutsche Küchen an.

Basilikum ist eine aufrecht wachsende, einjährige bis ausdauernde krautige Pflanze, die

Wuchshöhen von 20 bis 60 cm erreicht und nicht winterhart ist. Die Blätter sind eiförmig und weich sowie leicht behaart. Basilikum blüht von Juni bis September mit weißen Lippenblüten in vielblütigen Ähren. Es gibt auch rosa blühende Sorten. Kleinblättrige Sorten sind meistens aromatischer, aber viel wärmebedürftiger. Für den Garten werden meistens großblättrige Formen verwendet.

Herkunft und Vorkommen

Basilikum wächst wild im tropischen Asien und Afrika, wo es durchgehend sehr warm ist, denn die Pflanze ist sehr licht- und wärmebedürftig. Temperaturen unter 10°C führen zu Wachstumsstockungen. Bis auf ein paar asiatische Vertreter sind die meisten Basilikumarten und sorten einjährig, d. h., man muss sie immer neu aussäen.

Anbau

Basilikum benötigt einen sonnigen Platz mit humosem, durchlässigem und gut gedüngtem Boden bzw. einen Topf mit guter Blumenerde, denn Basilikum ist eine hungrige Pflanze. Um den Schädlingsdruck zu minimieren, sollte man jedes Jahr einen neuen Topf oder einen neuen Platz im Garten benutzen.

Ziehen Sie Basilikum auf der Fensterbank vor, denn die optimale Keimtemperatur liegt bei 20°C. Säen Sie dafür ab Anfang April in Aussaaterde aus. Aber Achtung: Basilikum ist ein Lichtkeimer, den Samen also nie mit Erde abdecken.

Setzen Sie die vereinzelten Jungpflanzen nicht vor den Eisheiligen ins Beet oder tragen Sie die Töpfe ins Freie, denn kalte Temperaturen verträgt das Basilikum überhaupt nicht. Düngen Sie das Basilikum im Topf ab und an mit Flüssigdünger, im Garten mit reifem Kompost. Zu stark gedüngte Pflanzen wachsen stark, bilden aber weniger ätherische Öle. Der Geschmack lässt dann zu wünschen übrig. Im Beet werden Basilikumpflanzen leider gerne Opfer von gefräßigen Schnecken.

Wenn Sie eine fertige Pflanze kaufen wollen, dann tun Sie es beim Gärtner. Denn die Pflanzen aus der Gemüseabteilung des Supermarkts sind für den sofortigen Verzehr und nicht für die Weiterkultivierung bestimmt. Sie gehen zu Hause oder im Garten schnell ein.

Diese Pflanzen wurden unter optimalen Bedingungen vom Profi im Gewächshaus sehr schnell herangezogen. Sie erleiden zu viel Stress beim Umzug ins private Freie und dem dann meist folgenden Nährstoff- und Wassermangel.

Basilikum braucht mittelmäßig viel Wasser. Wichtiger als die Menge ist die Gleichmäßigkeit. Der Boden sollte nie ganz austrocknen, richtig nass darf er aber auch nicht sein.

Basilikum ernten und verwenden

Den meisten Gehalt an ätherischen Ölen enthalten die Blätter vor der Blüte. Bei der Ernte schneiden Sie die Stängel so weit über dem Boden ab, dass einige Blattachseln mit Blättern an der bestehenden Pflanze verbleiben. So kann das Basilikum nachwachsen und Sie können mehrmals ernten. Wer viel Basilikum verwendet sollte öfter nachsäen.

Basilikum verliert beim Trocknen sehr viel Aroma. Besser ist es, die Blätter in Eiswürfeln einzufrieren oder in Öl einzulegen und den Geschmack so zu bewahren. Das »normale« Genoveser Basilikum schmeckt süß-würzig und angenehm pfeffrig. Man sollte es nicht mitkochen, es verliert dabei das Aroma. Basilikum passt zu Salaten, Tomatensuppe, Fleisch und Fisch, zu Pizza und vielem mehr. Bei asiatischen Basilikumarten variieren der Geschmack und die Art der Verwendung (siehe folgende Seiten). Als Tee heiß aufgebrüht, beruhigt Basilikum die Nerven, soll gegen Schlaflosigkeit und Magen- und Darmkrankheiten helfen. Basilikum fördert die Milchbildung bei stillenden Frauen und wirkt entzündungshemmend.

Wir stellen jedes Jahr ein mehrjähriges Basilikum auf unsere Terrasse. Das hält viele stechende Insekten von uns ab: Fliegen mögen den Basilikumgeruch nicht. Andere Insekten dagegen lieben die Blüten des Basilikums lassen die Menschen dann in Ruhe. Und wenn man doch erwischt wird: Zerquetschte Basilikumblätter, direkt auf Insektenstiche oder entzündete Wunden aufgetragen, lindern den Juck. reiz. Bei Reisen in tropische Länder empfehle ich getrocknetes Tulsi (siehe unten) für die Reiseapotheke gegen Durchfallerkrankungen.

Verschiedene Arten und Sorten von Basilikum

Genoveser Basilikum (Ocimum basilicum ‚Genovese‘) ist das bekannteste Basilikum. In jedem Supermarkt wird es im Topf zum Kauf angeboten. Es hat leuchtend grüne, glänzende Blätter und ist sehr ertragreich. Von dieser Sorte bei der Ernte nie die Spitze wegnehmen, nur die seitlichen Blätter abnehmen. Es passt natürlich gut zu italienischen Gerichten und wird gern als Pesto verwendet. Innerhalb der Gattung Basilikum gibt es noch viele weitere Arten und Sorten, die sich als Küchenkraut anbieten.

Indisches Basilikum (Ocimum tenuiflorum)

Das Indische Basilikum ist auch unter dem Namen „Tulsi“ bekannt. Die Heilpflanze hilft sehr gut bei Magen- und Darmerkrankungen, Die Pflanze wird bis zu 100 cm hoch und besitzt kleinere, fein behaarte Blätter. In Thailand kennt man die Pflanze unter dem Namen „Kraрao“.

Basilikum ‘African Blue‘ (Ocimum kilimandscharicum x basilicum purpurascens ‚African Blue‘)

Die Pflanze mit den violetten Stängeln und Blattadern sowie dunkelrosa Blüten wird auch Afrikanisches Strauchbasilikum genannt. Sie kann bis zu 100 cm hoch werden, ist mehrjährig und hat einen wunderbaren, kräftigen Duft. Strauchbasilikum ist relativ tolerant kühleren Temperaturen gegenüber und kann an einem hellen Ort bei 8-12°C überwintert werden. Beim Trocknen verliert dieses Basilikum weniger Aroma als andere Sorten. Frisch und ungekocht verwendet schmeckt es dennoch am besten.

Zitronen- oder Limonen-Basilikum (Ocimum citriodorum)

Dieses Basilikum wird vor allem in Südasien und Nordost-Afrika kultiviert und verwendet. Es hat schmalere, gelbgrüne Blätter mit starkem Zitrusduft. Die Pflanze wird 20–40 cm hoch und braucht sehr viel Licht. Der Geschmack ist frisch und zitronig-pfeffrig. Es passt am besten zu Fisch und Geflügel, sowie zu Curry aller Art. Es wird in Thailand unter der Bezeichnung „Manglak“ verwendet.

Thai-Basilikum (Ocimum basilicum var. thyrsiflora)

Darunter verstehen wir das in Thailand „Horapha“ genannte Basilikum mit dem typischen Anis- und Lakritzduft. Die Pflanze hat violette Stängel und rosa-violette Blüten. Die Blätter sind sehr weich. Die Pflanze wächst kompakt und bis ca. 50 cm hoch. Die Blätter finden vor allem Verwendung in Suppen und Curry.

Rotes Basilikum Ocimum basilicum var. purpurascens Red Rubin‘)

Dies ist ein optisch reizvolles Basilikum mit dunelroten bis dunkelvioletten Blättern und sehr mildem Basilikumduft. Die Pflanze wird sehr buschig und bekommt mit bis zu 6 cm langen Blättern relativ großes Laub. Geschmacklich ähnelt ‚Red Rubin‘ dem klassischen Genoveser Basilikum.

 

Leicht zu säen Gut im Topf zu ziehen

Über die Autorin Karin Ott

Als leidenschaftliche Gärtnerin und Inhaberin eines Online-Shops für essbare Blüten schreibt Karin auf fleurcuisine.de über ihre persönlichen Erfahrungen direkt aus ihrem Garten.

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