Beifuß – das unscheinbare Heilkraut in Ihrem Garten

Beifuß (Artemisia vulgaris), auch »Gänsekraut« genannt, ist eine Gewürzpflanze aus der Familie der Korbblütler und eng mit dem Wermut (Artemisia absinthium) verwandt.

Beifuß ist ein mehrjähriges, winterhartes, bis 150 cm hoch wachsendes Kraut. Er hat aufrechte dunkle Stängel, oberseits grüne, unterseits grau behaarte gefiederte Blätter und kleine, fast runde, gelbliche Blüten, die aus vielen einzelnen Röhrenblüten bestehen. Sie erscheinen von Juli bis September.

Herkunft und Vorkommen

Die Heimat des Beifußes sind die Steppen Amerikas bis zu den Tundren Sibiriens, in den Steppen Zentralasiens wachsen niedrige Sorten.

Mittlerweile ist Beifuß aber weit verbreitet und besiedelt in Deutschland als Ruderalpflanze

wild gerne nährstoffreiche Böden auf und neben landwirtschaftlich genutzten Flächen. Er ist ausdauernd und seine starke Pollenproduktion kann Allergikern sehr zu schaffen machen.

Anbau

Beifuß wächst auf jedem Boden im Halbschatten oder in der Sonne. Er ist recht anspruchslos, verträgt allerdings keine Staunässe und im Topf auch keine Trockenheit. Bei Staunässe faulen die Wurzeln und bei Trockenheit bekommt er sofort braune Blätter.

Suchen Sie für den Beifuß also entweder einen Platz im Garten mit durchlässigem Boden oder verwenden Sie ein großes Gefäß. Gießen Sie den Beifuß im Topf mäßig, im Garten ist Gießen normalerweise nicht nötig.

Beifuß ist ein Lichtkeimer, daher die Samen nur leicht andrücken und nicht mit Erde abdecken. Beifuß muss nicht vorgezogen werden und kann ab April direkt in den Topf oder das Beet gesät werden. Dabei genügend Abstand (mind. 30 cm) zwischen den einzelnen Pflanzen halten. Da Beifuß sich sehr stark selbst aussamt, ist es ratsam, im Herbst die verblühten Blütenstände abzuschneiden, wenn man eine unkontrollierte Ausbreitung verhindern möchte.

Die Pflanze schneidet man im folgenden Frühjahr (März) bis auf ein paar Zentimeter über den Boden zurück, sodass sie neu austreiben kann. Beifuß ist unempfindlich gegenüber Krankheiten und Schädlingen.

Ernte und Verwendung

Die Stängel mit den Blättern erntet man am besten Ende Mai noch vor der Blüte, dann enthalten sie viele Inhaltsstoffe, sind aber noch nicht so bitter. Man kann ruhig beherzt ernten, die Pflanze regeneriert sich wieder und verzweigt sich durch den »Rückschnitt« üppiger. Beifuß schmeckt würzig und etwas bitter.

Wer es nicht so bitter mag, streift die Blätter ab und verwendet nur die Stängel. Die Pflanze enthält ätherische Öle, Bitterstoffe, Inulin, die Vitamine A, B und C, Gerbstoffe und Thujon. Beifuß wirkt appetitanregend und verdauungsfördernd sowie wehen- und menstruationsfördernd. In der Schwangerschaft deshalb lieber meiden! Beifuß verwendet man frisch und getrocknet und kocht ihn in jedem Fall mit. Er macht einen fetten Braten (z. B. Ente, Gans, Schwein) würziger und leichter verdaulich.

Es heißt, wer Beifuß im Haus hat, der braucht den Teufel nicht zu fürchten. Er gehört auch zu den Kräutern, mit denen man in den Raunächten die Häuser und Ställe gegen böse Geister ausräuchert. Außerdem wird ihm eine aphrodisierende Wirkung nachgesagt.

Über die Autorin Karin Ott

Als leidenschaftliche Gärtnerin und Inhaberin eines Online-Shops für essbare Blüten schreibt Karin auf fleurcuisine.de über ihre persönlichen Erfahrungen direkt aus ihrem Garten.

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