Bibernelle

(Pimpinella saxifraga), die Kleine Bibernelle, gehört zu den Pimpinellen und ist ein Doldenblütler. Sie ist nicht mit dem kleinen Wiesenknopf (Sanguisorba minor) verwandt, der ebenfalls oft als Bibernelle oder Pimpinelle bezeichnet wird.

Die Kleine Bibernelle ist eine winterharte, mehrjährige Pflanze. Sie wird bis 50 cm hoch und blüht ab Juni bis September mit großen, weißen Dolden. Die unteren Laubblätter sind grundständig, das heißt, sie bilden eine niedrige Blattrosette. Sie sind einfach unpaarig gefiedert mit drei bis neun länglich-ovalen, gesägten Teilblättern. Die Pflanze besitzt eine dicke Pfahlwurzel.

Herkunft und Vorkommen

Die Bibernelle kommt aus lichten, trockenen Wäldern. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über das nördliche Europa bis Zentralasien. Sie ist bei uns heimisch und wächst auf Magerwiesen auf leichten Böden. Es gibt viele Doldenblütler, die ihr ähneln, dabei aber giftig sind. Die große Bibernelle ist ihr sehr ähnlich, unterscheidet sich aber durch kantige Stängel und die Vorliebe für feuchte, nährstoffreiche Standorte.

Anbau

Die Kleine Bibernelle braucht einen leichten, nährstoffreichen, durchlässigen Boden. Garten- oder Blumenerde mischt man daher am besten mit Sand. Sie benötigt einen sonnigen Platz.

Die Kleine Bibernelle kann man ganzjährig aussäen. Am besten sät man jedoch entweder im Februar/März oder erst im Spätsommer zur Überwinterung. Ein wenig Geduld muss man bei der Aussaat allerdings haben. Die Keimdauer beträgt drei bis vier Wochen.

Man sollte zu dicht gesäte Bibernellen nicht vereinzeln, sondern nur ausdünnen, d.h. direkt am endgültigen Platz säen und so viele schwächere Jungpflanzen entfernen, bis alle übrig gebliebenen genug Platz haben. Einfacher ist es, vorgezogene Pflanzen zu kaufen, die es aber nicht überall gibt, sondern eher in speziellen Kräuter- oder Staudengärtnereien.

Die Pflanze braucht nicht viel Wasser. Im Topf sollte man sie wenig gießen, im Garten reichen unsere normalen Niederschlagsmengen aus. Ist der Boden zu feucht, werden die Blätter braun und rollen sich ein. Man kann die Pflanze regelmäßig zurückschneiden und beernten, sie wächst das ganze Jahr nach. Sie braucht in Blumenerde oder im Gartenboden keinen zusätzlichen Dünger.

Ernte und Verwendung

Es können hier die Blätter und die Wurzeln verwendet werden. Die Blätter erntet man jung im Frühjahr, die Wurzeln im Herbst.

Die Bibernelle enthält Saponine, ätherisches Öl, Bitterstoffe, Gerbstoffe, Cumarine und Polyacethylene, die schleimlösend, harntreibend, appetitanregend, verdauungsfördernd, krampflösend und steinlösend wirken.

Man verarbeitet die Blätter frisch für Salat, als Suppeneinlage und zu Kräuterbutter. Die Stiele lässt man weg, denn sie schmecken bitter.

Die Wurzel gräbt man im Herbst aus, säubert sie und hängt sie zum Trocknen auf. Sie hat einen sehr würzigen, scharfen Geschmack und soll bei Erkrankungen in der Mundhöhle und bei schlecht heilenden Wunden helfen. Eingesetzt wird sie hauptsächlich in der Zubereitung als Tee gegen Nieren- und Blasensteine und Sodbrennen.

Über die Autorin Karin Ott

Als leidenschaftliche Gärtnerin und Inhaberin eines Online-Shops für essbare Blüten schreibt Karin auf fleurcuisine.de über ihre persönlichen Erfahrungen direkt aus ihrem Garten.

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