Bohnenkraut

Bohnenkraut (Satureja montana), das Berg-Bohnenkraut oder Winter-Bohnenkraut gehört zu den Lippenblütlern. In der Küche und als Heilpflanze kommt es schon sehr lange zum Einsatz.

Das Berg-Bohnenkraut ist ein mehrjähriger, immergrüner und winterharter Halbstrauch. Die Pflanze wächst dicht buschig, wird 30-40 cm hoch und auch genauso breit. Stängel und Stiele sind verholzend.

Die Blätter sind schmallanzettlich, ledrig und nur 1-3 cm lang. Sie zeigen oft rötliche Streifen. Die weißen, rosafarbenen oder violetten Blüten erscheinen in Mitteleuropa von Juli bis September.

Herkunft und Vorkommen

Das Berg-Bohnenkraut stammt – wie der Name schon sagt – aus den Gebirgsregionen Südeuropas. Es wächst auf kargen, steinigen Böden in trockenen, warmen Regionen.

Anbau

Das Berg-Bohnenkraut ist keine anspruchsvolle Pflanze, benötigt aber einen durchlässigen Gartenboden. Das heißt, nicht in lehmige Böden setzen, sondern lieber in sandige. Es verträgt keine Staunässe, deshalb sollte man auch bei der Kultur im Topf Sand zur Erde geben.

Aufgrund seiner Herkunft benötigt das BergBohnenkraut unbedingt einen vollsonnigen Standort, um gut zu gedeihen. Es braucht wenig Wasser, im Topf also nur sehr wenig gießen!

Im Garten ist Gießen nicht notwendig. Steht das Kraut zu nass, bekommt es braune Blätter. Bohnenkraut kann man nach den Eisheiligen direkt im Topf oder Beet aussäen. Es ist ein Lichtkeimer und muss nur etwas auf der Erde angedrückt werden, nicht abgedeckt.

Nach dem Winter, etwa im Februar/März, schneidet man das Bohnenkraut bis etwa eine Handbreit über den Boden zurück. Düngen muss man die Pflanze nicht. Sehr nährstoffreiche Erde verschlechtert sogar die Winterhärte des Krauts. Im Supermarkt gibt es eigentlich nur das Sommer-Bohnenkraut (Satureja hortensis) zu kaufen.

Letzteres ist eine einjährige Pflanze. Inhaltsstoffe und Wirkung sind ähnlich, es ist weniger herb, enthält aber auch weniger ätherische Öle etc. Es ist dem Berg-Bohnenkraut im Aussehen und in den Ansprüchen recht ähnlich, mag es aber ein wenig feuchter und nährstoffreicher und verträgt keinen Frost. Deshalb sät man diese Art im Haus aus, zieht die Sämlinge auf der Fensterbank vor und setzt sie erst nach den Eisheiligen und der Bildung des dritten Blattpaares nach draußen.

Ernte und Verwendung

Die Blätter und Stiele, sogar die Blüten kann man verarbeiten. Bohnenkraut kann man frisch verwenden, einfrieren oder trocknen. Das Berg-Bohnenkraut schmeckt etwas herb und pfeffrig. Es enthält ätherische Öle (Thymol, Cymol) sowie Gerbstoffe und wirkt stärkend für

Magen und Herz, verdauungsfördernd, krampflösend und entzündungshemmend. Die Aro

men und Inhaltsstoffe von Bohnenkraut gehen beim Kochen nicht verloren, sondern erleichtern bei blähenden Speisen die Verdauung. Es passt gut zu allen Hülsenfrüchten, zu Eintöpfen, Lamm und Fisch. Eine Variante des Berg-Bohnenkrauts, die zitronenfrisch riecht und schmeckt, ist das Zitronen-Bohnenkraut (Satureja montana var. citriodora).

Dieses Kraut war früher ein Bestandteil von Liebestränken und wurde Menschen, die man an sich binden wollte, gegeben. Mit Bohnenkrauteinreibungen kann man Katzen und Hunde von Flöhen befreien. Blattläuse mögen Bohnenkraut ebenfalls nicht in der Nachbarschaft.

Über die Autorin Karin Ott

Als leidenschaftliche Gärtnerin und Inhaberin eines Online-Shops für essbare Blüten schreibt Karin auf fleurcuisine.de über ihre persönlichen Erfahrungen direkt aus ihrem Garten.

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