Essbare Blüten – Der kulinarische Gruß aus Ihrem Garten

Sie hatten in der Gaststätte auf Ihrem Teller eine Blüte und es war Ihnen nicht ganz klar, ob es sich nur um Dekoration handelte oder ob Sie sie wirklich essen konnten?

Oder haben Sie im Fernsehen eine Kochsendung gesehen, bei der bewusst essbare Blüten verwendet wurden?

Welche Blüten kann man essen? Und wie schmecken sie?

Was Sie schon immer über essbare Blüten wissen wollten, finden Sie in diesem Artikel.

Liste der essbaren Blüten

​Kräuterblüten (auch Wildkräuter)

  • Bärlauch
  • Basilikum
  • Bohnenkraut
  • Borretsch
  • Dill
  • Fenchel
  • Gänseblümchen
  • Kamille
  • Knoblauch
  • Koriander
  • Lavendel
  • Liebstöckel
  • Löwenzahn
  • Majoran
  • Minze
  • Rosmarin
  • Salbei
  • Schafgarbe
  • Schnittlauch
  • Thymian
  • Zwiebel

Blüten von Obst und Gemüse und Gehölzen​

  • Apfelblüten
  • Artischocken
  • Hollunder
  • Lauch
  • Lindenblüten
  • Magnolien
  • Orangenblüten
  • Raps
  • Zierquitten
  • Zucchini

All diese Blüten (und noch viele mehr) kann man essen - aber bitte nicht aus den Blumenladen oder vom normalen Gärtner. Im Zweifelsfall fragen Sie, ob sie gespritzt wurden. Ein seriöser Händler wird es Ihnen wahrheitsgemäß sagen.

Ein Gärtner will ja schöne Pflanzen zur Dekoration verkaufen und da ist es unumgänglich, gegen Ungeziefer oder Krankheiten zu spritzen. Bevor z.B. ein Stiefmütterchen auf den Markt kommt, wurde es zum Teil 20 mal behandelt.

Ebenso sollten Sie es vermeiden, Blüten und Kräuter vom Wegesrand zu pflücken. Hier konzentrieren sich oft die Abgase oder die Hunde haben gerade hier ihr Bein gehoben. Naja, nicht sehr appetitlich.

Am besten, Sie können Ihre Blüten selbst ziehen oder in einem vertrauenswürdigen Shop mit biologisch-ökologischem Anbau erwerben. Inzwischen gibt es doch schon einige Spezialisten, die sich für besondere Qualität einsetzen.

So schmecken essbare Blüten​

Bei den Blüten von Blumen gibt es ganz unterschiedliche, manchmal unerwartete Geschmackserlebnisse. Es gibt sehr neutral schmeckende Blüten, also mit wenig Eigengeschmack, die dann auch am vielfältigsten verwendbar sind.

Manche schmecken süßlich, manche sauer, pfeffrig oder bitter, manche knackig frisch und manche nach gar nichts. Probieren Sie sich durch und lassen Sie sich überraschen.

Bei einigen Blüten ist es so, dass man den harten Blütenboden nicht mitisst. Dies gilt besonders für die großen Blüten wie Rosen, Dahlien, Sonnenhut und Sonnenblumen. Aber auch bei Kornblumen empfielt es sich, nur die Blütenblätter zu verzehren. Als Dekoration machen sich aber ganze Blüten auch gut.

Bei den Laucharten schmecken natürlich auch die Blüten meist nach Lauch und das oft ziemlich intensiv. Also passen Sie auf keinen Fall zu Süßspeisen, auch wenns noch so schön aussieht.

Ein besonderes Geschmackserlebnis bieten Eisbegonien. Sie schmecken überraschend sauer und sind daher ideal im Salat.

Taglilien sind knackig frisch, leicht pfeffrig und selbst die verschiedenen Farben haben auch einen etwas unterschiedlichen Geschmack.

Saftig frisch sind Funkien, passen zu allen Speisen.

Essbare Blüten selber anbauen​

Wenn Sie neue Rosenstöcke kaufen möchten und nicht die Möglichkeit haben, sie beim Bio-Rosenzüchter zu bekommen, müssen Sie die Pflanzen mindestens 1 Jahr durchkultivieren. Am besten also im Herbst kräftige wurzelnackte Pflanzen setzen, nur mit Kompost düngen und im ersten Standjahr die Blüten zunächst nur für die Vase verwenden. Im Folgejahr sind die Blüten dann weitestgehend frei von chemischen Substanzen und Sie können sie bedenkenlos essen oder weiter verarbeiten.

Für alle anderen Blumen, die Sie selbst anbauen möchten, sollten Sie zwar Bio-Samen faforisieren, "normaler" kann allerdings auch nicht sehr viel Schaden anrichten. Die geringen Mengen an Schadstoffen, die sich in einem kleinen Samenkorn befinden können, verteilen sich ja beim Wachsen auf die ganze Pflanze. Ihre Konzentration wird also erheblich geringer. Und wenn Sie jetzt nur einen kleinen Teil der Pflanze zu sich nehmen, hat es vermutlich keinen Einfluss. Wenn Sie selber geernteten Samen haben, um so besser. Der größte Teil unserer Sämereien ist aus eigenem Anbau.

Der Anbaukalender​

Die ersten Blüten im Jahr sind Primeln, Schlüsselblumen, Hornveilchen, Stiefmütterchen, Vergißmeinnicht und Veilchen. Sie haben alle einen neutralen bis leicht süßlichen Gechmack und sind deshalb ganz vielseitig einsetzbar. Sie passen vor allem zu süßen oder pikanten Gerichten.

Danach kommen die Tausendschönchen und Gänseblümchen. Sie passen allerdings eher zu Salaten und Pikantem, da sie nach Petersilie schmecken.

Dekoration​sideen mit Blüten

Die großen Blüten wie Dahlien, Gladiolen, Rosen sind hervorragende essbare Dekorationen auf Torten. Klassisch symmetrisch angeordnet oder asymmetrisch modern, alles ist möglich. Durch unterschiedliche Größen lässt sich alles zu einem eindrucksvollen Arrangement ausdekorieren.

Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Besonders Obsttorten lassen sich auch mit Blüten in entsprechenden Farben veredeln. Weitere Blüten für sommerliche Süßspeisen sind Löwenmäulchen, Staudenphlox, Glockenblumen oder Nelken. Und zu Pikanten paßt besser Kapuzinerkresse, Ringelblume, Speisechrysanthemen und Fuchsie.