Vergissmeinnicht (Myosotis)

Vergissmeinnicht mit ihrer zierlichen Farbenpracht im Garten

Ich bin immer wieder aufs Neue entzückt: Vor einigen Jahren haben sich auch Vergissmeinnicht (genauer gesagt Wald-Vergissmeinnicht) in meinen Garten verirrt.

Zunächst nur als kleine, zierliche Blumen konnten sich diese hübschen Frühjahrsblüher schnell zu ansehnlichen Farbflächen entwickeln. Es sät sich nämlich selbst aus und ist ansonsten sehr pflegeleicht und anspruchslos.

Mit seinen kleinen, himmelblauen Blüten kann es in größeren Gruppen einen wundervollen, strahlenden Frühlingsflor bilden. Das macht es zu einer unwiderstehlichen Pflanze für jeden Garten.

Steckbrief: Vergissmeinnicht

botanischer Name

Myosotis

weitere Namen

Forget-me-not (englisch), Mausohr

Familie

Rotblattgewächse, Brunnera, Boraginaceae

Heimat

Europa bis Mittelasien

Arten, Sorten

über 100 Arten

Pflanze

einjährige, zweijährige oder mehrjährige Staude (je nach Art)

Wuchs

breitbuschig, krautig

Blätter

sumpfgrün, rauh, behaart

Blüten

5 Kelchblätter, glocken- oder trichterförmig, an langen Stielen

Blütenfarbe

himmelblau mit gelblichem Auge, seltener weiß, rosa, gelb

Blütezeit

Mai bis September

Vermehrung

Aussaat, Wurzelteilung, Stecklinge

Pflanzabstand

20-25 cm

Höhe

20-40 cm

Boden

nährstoffreich, feucht, gut durchlässig

Standort

sonnig bis halbschattig

Verzehr

essbar, nicht giftig, geringe Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden

Überwinterung

winterhart

Verwendung

Im Garten auf Beeten, die nach der Frühjahrsblüte abgeräumt und neu bepflanzt werden

Günstige Partner

Bellis, Narzissen, Tulpen, Gänseblümchen

Vergissmeinnicht im Garten

Vergissmeinnicht als Bodendecker oder Füllblumen im Garten

Auch im Garten haben sich Vergissmeinnicht als Bodendecker und Füllblumen bewährt

Vergissmeinnicht wirken am besten, wenn Sie sie flächig in Ihrem Garten verwenden, z.B. als Einfassung von Wegen oder Beeten. Dabei können sie mit unterschiedlichen Arten eindrucksvolle Farbwolken kreieren.

Besonders gut machen sich Vergissmeinnicht in Beeten, die Sie übers Jahr wechselnd bepflanzen. Sie vertragen sich dann gut mit Hyazinthen oder Hornveilchen.

Am häufigsten zu finden ist das klassische Wald-Vergissmeinnicht, das ca. 20 cm hoch wächst und die typische blaue Farbe zeigt. Mittlerweile gibt es auch Arten in zart rosa oder weiß.

Die samtweichen, behaarten kleinen Blättchen sind für den lateinischen Namen verantwortlich: es heißt Mauseohr!

Standort und Pflege

Da das Vergissmeinnicht ursprünglich vor allem in Wäldern beheimatet war, kommt es gut mit Schatten oder Halbschatten zurecht. Bei kurzzeitiger Bepflanzung im Garten macht ihm aber auch ein sonniger Standort nichts aus und zeigt sich als äußerst anspruchslos an Boden und Pflege.

Wenn Sie die Vergissmeinnicht dauerhaft in ihrem Garten ansiedeln wollen, achten Sie auf einen lockeren, humosen Boden, der gleichmäßig feucht gehalten werden sollte. Staunässe jedoch kann dazu führen, dass die Wurzeln verfaulen, als bitte vermeiden.

Zusätzliches Düngen ist nicht nötig.

Für das Überwintern des Vergissmeinnicht im Freien schützen Sie es am besten vor Frost mit einer Vlies- oder Reisigabdeckung.

Vermehrung

Sie möchten Ihre Vergissmeinnicht vermehren? Hierfür haben Sie 3 Möglichkeiten: Aussaat, Stecklinge und Wurzelteilung.

Vergissmeinnicht selbst aussäen

Wenn sich wie bei mir das Vergissmeinnicht bereits in Ihrem Garten etabliert hat und das Beet nach der Blüte nicht abgeräumt wird, ist die Vermehrung denkbar einfach: es sät sich nämlich jedes Jahr selbst wieder aus.

Um schnell zu flächigen Stauden zu kommen, können Sie natürlich mit zusätzlicher Aussaat von Juni bis August nachhelfen, denn dann kommen die kleinen Blüten besonders zur Geltung.

Für Balkon oder Terrasse eignen sich auch hervorragend Vergissmeinnicht im Topf. Hier ist die beste Zeit für die Aussaat ab Mai.

Füllen Sie dazu ein Pflanztöpfchen mit Anzuchterde (oder einer Mischung aus Blumenerde und Lehm) und streuen Sie die Vergissmeinnicht Samen darauf und drücken Sie sie nur leicht an. Wie auch die Eisbegonien sind diese Frühlingsblüher Lichtkeimer und brauchen ausreichend Sonnenlicht.

erste Keimlinge der Vergissmeinnicht Pflanze

Sorgen Sie für ausreichende, gleichmäßige Feuchtigkeit der Erde.

Sollen die Topf-Keimlinge später im Garten eingepflanzt werden, vereinzeln Sie sie, wenn sich die ersten Keimblätter gebildet haben. Im Oktober können die Jungpflanzen an ihren endgültigen Standort gesetzt werden.

Vergissmeinnicht vermehren durch Wurzelteilung

Während das Wald-Vergissmeinnicht zweijährig gezogen wird, sind das Sumpf-Vergissmeinnicht, das Gedenkemein und das Kaukasus-Vergissmeinnicht mehrjährige Stauden, die Sie am besten durch Wurzelteilung vermehren lassen.

Nachdem die Vergissmeinnicht verblüht sind, graben Sie sie vorsichtig aus. Mit einem scharfen Messer oder Spaten teilen Sie die Wurzelballen und anschließend die einzelnen Pflanzenteile einfach wieder ein.

Kurz angießen - fertig!

Vermehrung durch Stecklinge

Auch mit Hilfe von Stecklingen lassen sich Vergissmeinnicht vermehren. Dazu schneiden Sie direkt über dem Boden ausreichend große Triebe der Mutterpflanze ab.

Stellen Sie sie in ein Glas mit wasser oder stecken Sie sie in ein Pflanztöpfchen mit feuchter Erde (am besten Anzuchterde verwenden). Nachdem sich an den Stecklingen Wurzeln ausgebildet haben, pflanzen Sie sie an ihren Bestimmungsort im Garten.

Das Gedenkemein lässt sich übrigens auch gut durch die sich bildenden Ausläufer vermehren und eignet sich daher gut als Bodendecker.

Kann man Vergissmeinnichtblüten essen?

sowohl in himmelblau als auch rosa sind Vergissmeinnicht essbar und dekorativ

Die essbaren Blüten in himmelblau und zartem rosa bilden einen schönes farbliches Highlight auf Ihren Speisen

Die Blüten der Vergissmeinnicht Blume sind nicht giftig und durchaus essbar.

Auf Grund Ihrer geringen Größe sind die Vergissmeinnicht typische Streublumen. Man streift sie von den Rispen ab und gibt sie locker über die Speisen. Ihre himmelblaue Farbe steigert die Lust am Essen!

Oder setzen Sie einfach einige ganze Rispen als Deko an den Tellerrand – fertig.

Vermeiden Sie jedoch den Verzehr von Vergissmeinnicht in großen Mengen, da sie geringe Mengen an Pyrrolizidinalkaloiden enthalten, die als potentiell gesundheitsschädigend eingestuft werden.

Wirkung als Heilpflanze

Die ganze Vergissmeinnicht-Pflanze wirkt adstringierend und wurde in der Kräutermedizin als zur Behandlung verschiedener Augenkrankheiten genutzt (z.B. Konjunktivitis).

Es wird gern verwendet, um Blutungen zu stoppen. Zur äußeren Anwengung nutzt man sowohl die frische Pflanze als auch die getrocknete Variante als Pulver.

Vergissmeinnicht Essenz

Die Blütenessenz des Vergissmeinnicht wird in der Homöopathie häufig als Therapieunterstützung genutzt und wirkt entzündungshemmend und hustenlösend, regt den Lymphfluss an und stärkt das Immunsystem.

Die Vergissmeinnicht-Essenz verspricht eine Verbesserung von sozialen und emotionalen Fähigkeiten, z.B. sich auch anderen Menschen zu öffnen deren Beziehungen zu klären und weiterzuentwickeln oder wenn man sich orientierungslos fühlt (sowohl in Beziehungen als auch im Leben an sich).

Sie soll sogar das Erinnerungsvermögen stärken und unterstützend bei der Auffrischung von Gedächtnislücken helfen.

Beliebte Arten und Sorten

Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica)

Das "echte" Wald-Vergissmeinnicht myosotis sylvatica

Das Wald-Vergissmeinnicht (Myosotis sylvatica) ist eine zweijährige Staude, blüht also erst im Folgejahr der Aussaat und überzieht dann von März bis Mai große Flächen mit seinen (mittlerweile nicht mehr nur blauen) Blütenwolken.

Das ursprüngliche Wald-Vergissmeinnicht ist leicht von den anderen Arten unterscheiden: Es es hat als einziges in den kleinen Blüten das typische gelbe Auge.

Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis palustris)

Besonders an feuchten Standorten zu finden: das Sumpf-Vergissmeinnicht (myosotis palustris)

An Bächen und Teichufern fühlt sich das Sumpf-Vergissmeinnicht (Myosotis palustris) findet man in der freien Natur vor allem an Teichufern oder Bächen. Blütezeit ist von Mai bis August.

Als mehrjährige Staude ist das Sumpf-Vergissmeinnicht aber auch im Garten sehr beliebt.

Gedenkemein (Omphalodes verna)

Tiefblau sind die Blüten des Gedenkmein "omphalodes verna"

Bei dem Gedenkemein finden sich die marineblauen Blüten nicht so zahlreich wie beim Vergissmeinnicht. Es ist sehr anspruchslos und auch längere Trockenheit macht ihm nichts aus.

Das Gedenkemein wird gern als Bodendecker und für flächige Bepflanzungen verwendet und blüht von April bis Mai.

Sie sollten ein Auge auf die umgebenden Partner haben, denn das Gedenkemein breitet sich durch Ausläufer schnell aus und verdrängt schwächere Pflanzen.

Kaukasus-Vergissmeinnicht (Brunnera macrophylla)

Wunderschöne Maserung: Die Blätter der brunnera macrophylla "Jack Frost"

Das Großblättrigen Kaukasus-Vergissmeinnicht wächst buschig mit herzförmigen Blättern und wird bis zu 50 cm groß. Der Blütenstand ist locker verzweigt und nicht so nah am Laub wie Gedenkemein.

Es blüht hellblau oder weiß, wobei die wochenlange Blütezeit bereits im April beginnt und bis in den Juni reich.

Bei einem sonnigen bis halbschattigen Standort und humusreichem, feuchtem und lehmigem Boden treibt das kaukasische Vergissmeinnicht in jedem Frühjahr neu aus.

Neuere Züchtungen des Kaukasus-Vergissmeinnicht (wie z.B. Jack Frost) haben schöne grün-weiß gemusterte (panaschierte) Blätter, die selbst nach der Blütezeit noch sehr eindrucksvoll Ihren Garten verschönern.

Weitere Sorten des Vergissmeinnicht

  • Alpen-Vergissmeinnicht (Myosotis alpestris)
  • Acker-Vergissmeinnicht (Myosotis arvensis)
  • Niederliegendes Vergissmeinnicht (Myosotis decumbens)
  • Buntes Vergissmeinnicht (Myosotis discolor)
  • Rasen-Vergissmeinnicht (Myosotis laxa)
  • Hügel-Vergissmeinnicht (Myosotis ramosissima)
  • Bodensee-Vergissmeinnicht (Myosotis rehsteineri)
  • Zerstreutblütiges Vergissmeinnicht (Myosotis sparsiflora)
  • Schmalblatt-Vergissmeinnicht (Myosotis stenophylla)
  • Sand-Vergissmeinnicht (Myosotis stricta)

Video: Myosotis Arvense in beeindruckenden Bildern

Kleine Blüte mit großer Bedeutung

Keine andere Blume (außer der Rose) wird mit einer so starken Emotionalität und Bedeutung verknüpft wie das Vergissmeinnicht: Es steht für ewige Treue, Sehnsucht und Erinnerung.

Durch diese Bedeutung des Vergissmeinnicht ist es gerade für frisch Verliebte ideal als Geschenk mit Symbolkraft.

Aber es steht auch für Abschied und Trauer, weshalb es auch oft als Grabbepflanzung an den Verstorbenen erinnern soll.

Wie das Vergissmeinnicht seinen Namen bekam

Der Legende nach kamen im Mittelalter ein Ritter und seine Dame an einen Fluß.

Das Mädchen entdeckte am Flussufer wundervolle blaue Blüten und der Ritter stieg die Böschung hinab, um seiner Herzensdame einen Strauß zu pflücken. Doch wegen der schweren Rüstung verlor er den Halt und stürzte in die Fluten. Noch im freien Fall warf er seiner Liebsten den Strauß Blumen zu und rief seine letzten Worte: VERGISS-MEIN-NICHT!

Dieser Name hat sich selbst in anderen Sprachen durchgesetzt. So heißt das Vergissmeinnicht im Englischen forget-me-not, in Spanien nennt man es el nomeolvides, in Italien kennt man es unter nontiscordardimé und die Franzosen sagen liebevoll ne m'oublie pas.

Die Legende der Namensgebung des Vergissmeinnicht aus dem Mittelalter

Oft gestellte Fragen​

Warum heißt das Vergissmeinnicht Vergissmeinnicht?

Wie lange blühen Vergissmeinnicht?

Wie oft soll man Vergissmeinnicht gießen?

Wo kann man Vergissmeinnicht kaufen?

Wo findet man Vergissmeinnicht in der Natur?

Was tun, wenn die Vergissmeinnicht verblüht sind?

Wie vermehren sich Vergissmeinnicht?

Über die Autorin Karin Ott

Als leidenschaftliche Gärtnerin und Inhaberin eines Online-Shops für essbare Blüten schreibt Karin auf fleurcuisine.de über ihre persönlichen Erfahrungen direkt aus ihrem Garten.

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